Die Doggln

Links die normale Form mit hoher Ferse -  rechts mit niedriger Ferse.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Denn obwohl im Lexikon der Pinzgauer Mundart unter dem Begriff „Doggl“ die Übersetzung „dummer Mann“ zu finden ist, handelt es sich bei den hier beschriebenen „Doggln“ ausschließlich um ein wertvolles Erzeugnis alter Handwerkskunst. Wer also dem Ursprung des Wortes auf den Grund gehen möchte, der findet in alten Werken den Bramberger Heimatforschers Josef Lahnsteiner die korrekte Übersetzung. Doggl steht dabei für etwas, das nichts wert ist.

Nichts wert und trotzdem wertvoll?
Recycling – oder noch besser, Upcycling – wäre die moderne Erklärung für die Entstehung der Doggln. Früher, als die Störschuster von Hof zu Hof zogen und Schuhe für die Bauersleute und ihren Angestellten machten, hatte jedes Familienmitglied noch seinen eigenen Holzleisten zu Hause. Aus der Not, denn zum Kaufen fehlte das Geld, erzeugten die Bauersfrauen aus Stoffresten von abgetragenen Kleidern und Mänteln, Mehlpapp und Filz warme Hausschuhe.  Aus alten Stoffen, die keinen Wert mehr hatten, entstand also wiederum etwas sehr Wertvolles.

Doggln made in Saalfelden
Für die äußere Stoffschicht werden heute nur hochwertige Stoffe in den unterschiedlichsten Designs verwendet. Zahlreiche Arbeitsschritte, sorgfältige Handarbeit und viel Zeit wird für jedes Paar dieser original Pinzgauer Hausschuhe aufgewendet.

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